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Immobilienboom: Höhepunkt erreicht?

„Unsere Kunden betrachten die Euphorie in der Immobilienbranche je nach Position unterschiedlich. Wer verkaufen will, freut sich über gute Erlöse. Wer kaufen oder mieten möchte, stöhnt über hohe Preise“, sagt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Forschungsinstitute registrieren feinste Markteinflüsse und fragen sich, wie lange die derzeitige Entwicklung noch anhalten kann, und was passiert, wenn die Zinsen steigen? Derzeit gäbe es keine Hinweise auf eine allgemeine Überhitzung des deutschen Immobilienmarktes, lautet das Ergebnis des vierten Immobilienpreis-Monitorings des RWI, Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V. In den Regionen Köln und Leipzig sowie in einigen Regionen Baden-Württembergs beobachtet das Institut jedoch Hinweise auf übertriebene Preiserwartungen. Auf dem Häusermarkt habe sich die Lage hingegen etwas entspannt. Hier sei eine Überhitzung vor allem in den Regionen Hannover, Frankfurt und Köln wahrscheinlich.

Insgesamt sind die Preise für Immobilien im vergangenen Jahr erneut deutlich gestiegen. Sie lagen im dritten Quartal 2017 nach Angaben des Immobilienpreisindex des Statistischen Bundesamtes um 3,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Andere Indizes deuten auf einen noch stärkeren Anstieg hin. Besonders davon betroffen sind Berlin, Teile Baden-Württembergs und Südbayerns. Bundesweit betrachtet stiegen die Preise vor allem in Großstädten überproportional.

Laut vdp-Immobilienpreisindizes stiegen die Preise für Wohnimmobilien im Jahresdurchschnitt um 6,9 Prozent, Gewerbeimmobilienpreise erhöhten sich um 6,5 Prozent und der neue TOP-7-Index Wohnen stieg sogar um 13,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Steigende Preise allein sind allerdings kein hinreichender Hinweis darauf, dass eine Blase droht. Dazu müssen sich die Preise von fundamentalen Trends abkoppeln. Das ist derzeit nicht der Fall. „Erhöhte Aufmerksamkeit ist jedoch angebracht, wenn Zweifel daran bestehen, dass Werthaltigkeit oder Ertragslage einer Immobilie nicht im angemessenen Verhältnis zum Kaufpreis stehen“, ergänzt Michael Fehr.


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